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Wie Weihnachten

Wie Weihnachten, nur irgendwie anders.

Die Familie ist zusammen. Die (Ehe-)-Partner sind beide zuhause, die Kinder freuen sich, nicht in die Kita oder Schule gehen zu müssen. 

Der SUV und der Sportwagen stehen in der Garage. Im Haus duftet es nach Plätzchen und die Wohnung ist festlich geschmückt. Man freut sich auf ein paar besinnliche Tage, bevor man zur Abwechslung und für die sportliche Betätigung nach Ischgl (Après Ski Corona Party) fährt. STOP! 

Die Familie ist zusammen. Die (Ehe-)-Partner sind beide zuhause, im Homeoffice. Die Kinder bereuen es schon ein wenig, nicht in die Schule oder in die Kita gehen zu dürfen. 

Der SUV wird nur benötigt, um sich auf dem Parkplatz des Drogeriemarktes etwas Respekt zu verschaffen und im Baumarkt Oster-Deko zu kaufen, weil man wohl nicht verreisen wird.  

Familienberater und Psychologen gehen jetzt schon davon aus, dass die jetzige Situation einige Partnerschaften auf eine harte Belastungsprobe stellen dürfte. Es wird vom Anstieg häuslicher Gewalt ausgegangen, auch die Suizidrate könnte ansteigen.

Wie Weihnachten?

Auch Weihnachten ist irgendwie fremdbestimmtes „nach-Hause-Gehen-Müssen“. Aber daran haben wir uns gewöhnt. Wir haben uns auch daran gewöhnt, zumindest einmal im Jahr, besinnlich zu sein und sich liebevoll um die Familie zu kümmern. Weihnachten, wir wissen das, geht vom 24. Dezember bis nach Neujahr irgendwann. Dann der Skiurlaub und danach ist alles wieder normal. Jetzt: „Corona-bleib-zuhause-Krise“. Wie lang wirds gehen? Schon diese Unsicherheit ist schwierig.

Dann muss man von Zuhause aus arbeiten. Vielleicht beide Partner? Vielleicht habe ich gar kein Arbeitszimmer? Dann sitze ich am Küchentisch? Oder im Wohnzimmer, wo die Spielekonsole für die Bespaßung der Kids läuft. Ja, mit den Kindern hat man ja jetzt eigentlich auch nicht gerechnet. Die Wunderkinder, die Hochbegabten, die jetzt im sog. Home-Schooling von Papa und Mama unterrichtet werden. Plötzlich merkt man, dass die Lehrer doch einen ziemlich harten Job haben und das hochbegabte Wunderkind doch nur ziemlich normal intelligent und anstrengend ist.

Viele Lebensmodelle sind doch gar nicht daraus ausgerichtet, dass man sich die ganze Zeit sieht. Mo-Fr auf Arbeit, am Abend trifft man sich mit Kollegen, Freunden, Geschäftspartnern. Kommt spät nach Hause, fällt ins Bett und gut. Die Kinder sind in der Kita oder in der Schule, also weitestgehend versorgt. Samstag ausschlafen, Mama fährt mit den Kids zum Shoppen, Papa in Baumarkt, Waschanlage, Sportschau oder ins Fußballstadion. Abgehakt. Sonntag: ausschlafen, gemeinsames Frühstück, irgendwo hinfahren, vielleicht ins Spaßbad, Essen gehen, Tatort, Feierabend. Sonntags-Sex. Anschließend: Mo-Fr Programm ff. 

Es wird sich wohl alles ein wenig „eingrooven“ müssen, aber einfach ist das für viele nicht. Die Kids treffen nicht mehr ihre Freunde, die Erwachsenen nicht mehr Ihre Kollegen und Freunde. Alles nur noch online? Ja, im Moment geht das nicht anders. Auch das gemeinsame Einkaufs-Event mit Opa und Oma zusammen in den Baumarkt sollte man lassen. 

Homeoffice! Was ist am Arbeiten im Homeoffice anders? Wieso explodieren die Anmeldungen bei Sex- und Pornoseiten geradezu? Wie kommt es, dass sich die Netzbetreiber mit den Streamingdiensten auseinandersetzen müssen, weil die Infrastruktur an die Grenzen stösst? Netflix demnächst nur noch SD?  How dare you! Nicht nur am Abend und in der Nacht. Teams, Skype, Zoom, WebEx, BlueJeans und Co. (jetzt habe ich bestimmt wieder einige vergessen, sorry)  benötigen nicht diese Bandbreiten. Sicher, nicht jeder ist es gewohnt, vom Homeoffice zu arbeiten, für manche ist es das erste Mal. Bekommen einen Notebook in die Hand gedrückt und werden mit: „Du arbeitest jetzt vom Homeoffice aus!“ verabschiedet. Ob man ein Home-Officer ist oder nicht, darüber habe ich ja bereits berichtet.

Manche Berufsgruppen sind einfach nur zuhause, weil ihre Arbeit nicht vom Homeoffice aus erledigt werden kann und die machen sich noch viel mehr Sorgen um Ihre Existenz.

Dann haben wir die Berufsgruppen, die unsere Welt am Leben halten: der Paketbote, der jetzt noch Sonderschichten fahren muss (wie Weihnachten), die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Seniorenheimen, THW, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und die Mitarbeiter der Lebensmittelmärkte, die sich auch noch anpöbeln lassen müssen, wenn Sie darauf hinweisen, daß auch Klopapier nur in haushaltsüblichen Mengen verkauft wird. Auch der Pizza- oder Dönerman! Die LKW-Fahrer/innen. Die Netzbetreiber und Servicekräfte, die die Anlagen instand halten. Ihr seid Helden. Werdet Ihr so gesehen? Werdet Ihr wie Helden bezahlt?

Respekt dafür und herzlichen Dank, auch an alle die ich hier nicht aufgeführt habe, ohne die unsere Welt nicht am Laufen gehalten würde. Man darf nicht vergessen, dass sich diese Leute einem zig-fach höheren Risiko aussetzen, angesteckt zu werden. 

Bleibt zuhause und gesund!

#fightcorona #zuhausebleiben #wirbleibenzuhause #respect #corona #homeoffice #hauptsacheklopapier
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4 Gedanken zu „Wie Weihnachten

  1. Guten Morgen lieber Thomas.
    War von dem Titel und auch anfangs im Text sehr irritiert, fast schon entsetzt und zum Glück las ich trotzdem weiter. 😉
    Ja, all den fleißigen Helfern in den Krankenhäusern, sowie überall in Geschäften usw verdienen unseren größten Respekt! All denen kann man gar nicht genug danken und hoffen wir mal, dass dieser „Alptraum“ bald vorbei ist!
    Liebe Grüße von Hanne und bleib gesund!!! 🍀🌞

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