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Ab ins Homeoffice!

Diesen Beitrag habe ich heute auf av-profi.com veröffentlicht. Vielleicht auch hier für den einen oder anderen interessant.


Viele Mitarbeiter werden in Zeiten der Corona-Krise ins Homeoffice „entlassen“. Vernünftig, um das Team und sich selbst zu schützen und die Ausbreitung einzudämmen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, was es heißt, im Homeoffice zu arbeiten. Selbstmotivation, Selbstreflexion, Disziplin und Umfeld sind wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang. Es war auch für mich ein Lernprozess.

Selbstmotivation

Im Homeoffice bin ich weitgehend unbeobachtet von Kollegen und Vorgesetzten. Vorteil, weil ich mit dem eigenen Tempo und meiner Arbeitsweise vorankomme. Nachteil, wenn ich vielleicht auch die Challenge brauche. Ich muss mich selbst motivieren, die zu erledigende Arbeit anzupacken. Oftmals erscheinen andere Dinge attraktiver und wichtiger. Im Homeoffice gibt es genug Ausreden und man muss sich viel mehr gegen Prokrastination, das Aufschieben, wehren.

Studentensyndrom (in Anlehnung an eine Grafik von Lawrence P. Leach[1])

Selbstreflexion

Es ist wichtig, herauszufinden, welcher Typ man selbst ist. In meinen Coachings für Persönlichkeiten, die sich einer neuen Herausforderung stellen wollen, ist dies auch immer ein Thema. Ich muss mir selbst darüber im Klaren sein, ob ich der Typ bin, der im Homeoffice arbeiten kann. Was brauche ich, um effektiv und produktiv arbeiten zu können? Brauche ich die Kollegen in meinem Umfeld, die mich unterstützen, motivieren und mich vielleicht auch durch ihre Leistung motivieren? Brauche ich den „Schnack“ an der Kaffeemaschine? Jeder, der sich schon in Urlaubs- und Krankheitszeiten im Unternehmen nicht mehr so wohl fühlt, weil die gewohnten Menschen in seinem Umfeld fehlten, wird es im Homeoffice schwerer haben.

Disziplin

Im Homeoffice muss man sich disziplinieren. Feste Arbeitszeiten sind ein probates Mittel. Nine To Five funktioniert allerdings in den wenigsten Fällen. Die Kleidung, die ich fürs Büro anziehen würde, kann auch helfen, sich in den Arbeitsmode zu versetzen. Ein eigenes Büro ist mehr als hilfreich. Man muss sich auch vor Augen halten, welches Pensum man im Büro in der Firma bewältigen würde.

Bei der Arbeit im Homeoffice helfen To-Do-Listen mit realistischer Abschätzung, bis wann eine Aufgabe erledigt sein kann und eine klare Priorisierung noch viel mehr. Grundsätzlich sollte diese Vorgehensweise sowieso zur Organisation des Arbeitstags verwendet werden. Wer es bislang nicht praktiziert hat, jetzt, im Homeoffice ist die beste Gelegenheit, damit zu beginnen.

Umfeld

Welche Atmosphäre brauche ich, um konzentriert, effektiv und produktiv zu arbeiten? Ruhe? leise Hintergrundmusik? Wie sollte mein Arbeitsplatz aussehen? Man kann lernen, in fast jeder Umgebung zu arbeiten. Ich kenne das von Hotels, auf dem Flughafen, vereinzelt im Zug oder auf der Raststätte. Leichter ist es allerdings, wenn man sich seinen persönlichen Arbeitsplatz einrichten kann. Aus diesem Grund sieht ja auch jeder Arbeitsplatz in einer Firma anders aus. Deswegen haben ja auch viele Menschen Probleme damit, sich mit flexiblen Arbeitsplatzkonzepten anzufreunden.

Wieviel Platz brauche ich? Welche Arbeitsmittel? Licht? Akustik? Ich muss meinem Umfeld auch klarmachen, dass ich zu den festgelegten Zeiten ungestört arbeiten möchte. Kinder, die nun ja auch zuhause sind, der Partner, der vielleicht auch ins Homeoffice geschickt wurde, können ständig für Ablenkung sorgen. Das familiäre Umfeld kann aber auch beflügeln.

Fazit

Viele müssen sich jetzt damit arrangieren, für eine ganze Zeit von zuhause aus arbeiten zu müssen. Menschen mögen das überhaupt nicht, fremdgesteuert zu werden und gewohnte Wege zu verlassen. Homeoffice ist nötig und hilft in der derzeitigen Situation.

Nicht jeder ist für’s Homeoffice geschaffen, nicht jeder wird sofort die selbe Leistung wie im Büro erbringen können. Das Arbeiten von zuhause kann aber auch für ganz neue Erfahrungen sorgen, wenn man es als Arbeitgeber zulässt. Kreativität kann gefördert werden und die Freude an der Arbeit kann zunehmen, weil Neues ausprobieren, mehr Freiheit und Flexibilität auch durchaus motivierend sein kann.

Wenn einem das gewohnte Umfeld fehlt, die Menschen, die einen sonst umgeben, es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Team in Kontakt zu bleiben. Wieso sich nicht zur virtuellen Kaffeepause „zusammenskypen“ oder die Mittagspause in der Online-Kantine zusammen verbringen?

Homeoffice ist keine Einzelhaft aber auch kein Urlaub. Für viele wurde die Arbeitswelt von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Manchmal wird man einfach ins kalte Wasser geschmissen. Es hilft nix: schwimm!

Andrà tutto bene!


Wer sich mit Kaltakquise schwer tut – Lesetipp (Cold Calls – das Schreckgespenst)


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13 Gedanken zu „Ab ins Homeoffice!

  1. Na denn bleib gesund und stress dich nicht zu sehr!
    Unser Sohn (ITler) macht schon seit über einer Woche Homeoffice und das sehr gerne, weil er so sehr viel besser und ungestörter arbeiten kann.
    Liebe Grüße von Hanne und bleib gesund, lieber Thomas! 🍀

    1. Ich lass mich einfach nicht stressen. Hab glücklicherweise genug zu tun und auf meine Laufrunde zum Ausgleich muss ich ja nicht verzichten. Geschäftstermine sind bis auf weiteres nicht möglich, aber es lässt sich alles auch online regeln…
      Hab Du es auch gut, pass auf Dich und Deine Lieben auf und bleib auch Du gesund liebe Hanne.
      Liebe Grüsse
      Thomas

  2. Als ehemalige Lehrerin bin ich sehr vertraut mit dem Homeoffice. Meine Erfahrung: Ohne Druck fließt kein Wasser. Übrigens bin ich immer rechtzeitig fertig geworden, wenn es wichtig war! Liebe Grüße und wir bleiben in Verbindung, oder? Regine

  3. Ja. Homeoffice hat Vorteile und Nachteile.
    Es ist eine gute Chance, in der Digitalisierung weiterzukommen. Ohne dem ganzen Elend wäre es mir aber auch lieber.
    Ich arrangiere mich. Bin auch im Homeoffice. Freue mich aber auch, wenn ich wieder ins Büro darf. 🙂

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