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Hamburg und zurück

Da war ich wieder mal 2 Tage in einer meiner Lieblingsstädte. Hamburg. So ein paar Impressionen von meiner Reise.

Donnerstag

Flug, früh aber auszuhalten. Kein „Rote-Augen-Flieger“, aber für meine Verhältnisse immer noch früh. Verdammt früh hat auch der Wecker gerappelt. 5 (in Worten fuenf) Uhr. Wenig geschlafen, weil meine innere Uhr vor 1 (in Worten eins) Uhr nicht den Befehl „müde“ gegeben hatte.

Die zeitliche Abfolge aus dem Logbuch:

5:00 Uhr: Wecker rappelt

5:15 Uhr Ich also raus aus den Federn.

5:17 Ankunft Bad

5:18 wer ist das da im Spiegel? Ach ICH, Zähne putzen, Dusche, schminken, Haare fönen, anziehen

5:55 Frühstücken ist wichtig. Espresso

5:58 Koffer ins Wägelchen

6:00 Einnehmen des Sitzplatzes, anschnallen, Sicherheitshinweise. All Doors in Flights. Gentleman, Start the Engine. Und das Wägelchen traut seinem Zündschlüssel nicht. So früh? Grummelt mich an. Öffnet die Klappen und es geht los

6:40 Ankunft Autobahnkreuz Stuttgart. Hä? Wo ist der sonst übliche Stau? Stau gibt’s nicht, sagt die Ground Control.

6:54 Ankunft Parkhaus P4. Mist, ich wollte doch reservieren. Vergessen. Meistens ist das ja voll voll. Ich probier’s trotzdem und finde einen (in Worten eins) Parkplatz. Ein Lächeln huscht mir über das Gesicht, auch wie ich das Schild mit der Dame vor mir sehe. 

6:55 kein Eintrag (hä?)

7:02 Ankunft Check-In Schalter

7:03 wo ist mein Ausweis?

7:04 Ah, da ist das Portemonnaie

7:05 Guten Flug

7:08 Geldautomat. Ich weiß die PIN noch.

7:09 Bargeld lacht

7:13 „Flssichkeitn?“

7:15 Guten Flug

7:18 Ankunft Business Lounge. Blick auf die Uhr. „Cool, wenn alles so glatt läuft. Bis zum Boarding ist’s noch eine Stunde!“

7:19 Ankunft Kaffee-Vollautomat. Cappuccino.

7:21 Frühstück ist wichtig. Ankunft Büffet.

7:24 Einnahme meines Sitzplatzes. Frühstück genießen. 

8:15 Notebook zuklappen 

8:19 Ankunft Gate

8:40 Boarding – hey… dieses Mal nur 20 min. verspätet. Wow! Zeige mich beeindruckt. 

8:42 Sitzplatz eingenommen

8:55 der letzte Fluggast ist dann auch schon eingestiegen und hat für seinen Trolly, seinen Rucksack und das kleine handliche Handgepäck auch noch ein Plätzchen gefunden. Alle anderen Taschen dafür auf Kleinstformat komprimiert. Geht doch!

9:10 Take Off

10:25 Happy Landing – Moin

10:55 ich kann mein Glück kaum in Worte fassen. Mein Gepäck kommt doch noch.

10:59 Taxi. Moin. Bitte ins Hotel XY. 

11:irgendwas Ankunft Hotel XY. Zeige mich beeindruckt, dass ich 1. „mein“ Zimmer bekomme, 2. mit „Willkommen Zuhause Herr X“ begrüßt werde und 3. dass mein Zimmerchen auch schon fertig ist. 

11:irgendwas Lidstrich nachziehen. 

11:57 Hamburg, 11:57 Uhr, Sonne, 24 Grad, die Frisur: ein Traum

12:05 Ankunft Hotelrestaurant. Cappuccino und Wasser aufs Haus

12:06 Kurz mit dem CFO gesprochen. Er ist stolz auf mich, bis jetzt kein Bargeld entnommen zu haben. Zeige mich beeindruckt.

12:59 Ankunft Kundenadresse. Eine Minute Auszeit genießen. 

13:00 Fahrstuhl geordert. Er lässt sich Zeit

13:02 Betrete mit 2 Minuten Verspätung die Veranstaltung – es geht los


Freitag

07:30 Wecker rappelt

07:35 Wecker rappelt

08:40 Ich stehe auf

08:41 Einsicht: „mit Arbeiten wird das heute früh nichts mehr“

08:42 Systemcheck

08:44 Systemcheck abgeschlossen. Die Riojas und der Gin Tonic haben keine Schäden hinterlassen

08:46 Systemstart erfolgreich

08:47 Ankunft Bad… Kurzprogramm gestartet

09:05 Ankunft Frühstück

09:35 Koffer packen, Taxi bestellen, Check Out

09:55 Ankunft beim Kunden

10:00 Show Start

17:20 SMS? Kann nicht so wichtig sein

17:35 nochmal SMS? Mooooment

17:36 ich lese die SMS nochmal und auch die E-Mail, die ich da bekommen habe. Wie jetzt? Flug gestrichen?

17:37 Blutdruck hat die Reiseflughöhe verlassen

17:38 Anruf bei der Hotline meiner Fluggesellschaft – Wartezeit zur Zeit 23 Minuten – zeige mich beeindruckt

17:42 SMS: „Aufgrund einer Flugunregelmässigkeit haben wir Sie auf einen anderen Flug umgebucht“

17:43 Krisenmanagement startet. Der Flug geht 40 Minuten früher. Wie schön. Unschön, dass ich ja noch gar nicht am Flughafen bin. Abbruch meiner Zelte beim Kunden. Taxi bestellen. Die Dringlichkeit schnell an den Flughafen zu kommen mit dem Fahrer diskutiert.

18:45 Ankunft Flughafen. „Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!“ – Check In, Security…

19:20 Perfekt. Noch Zeit für einen Kaffee in der Lounge

19:28 So langsam bewege ich mich Richtung Gate (am anderen Ende des Flughafens, gefühlt, kurz vor Bremen)

19:29 Durchsage: „Last urgent call for Flight XY nach Stuggi. Die Passagiere „Ich“ und ein Dutzend anderer sollen so schnell wie möglich zum Gate kommen, weil das Gate jetzt schließt (Hä?)

19:33 Zeige mich über die durchaus positive Wirkung meines Ausdauertrainings beeindruckt. Im Anzug und mit Handgepäck nochmal eine andere Nummer, auch was die entstehende „Laufwärme“ angeht.

19:34 Alle Fluggäste stehen noch am Gate und schauen mich etwas verwundert an, wie ich an ihnen vorbeifliege. „Falscher Alarm, der Trainee hat wohl einen falschen Knopf gedrückt…“ „Wo ist der Trainee bitte?“

19:47 Beginn Boarding. So langsam habe ich wieder normale Betriebstemperatur

19:48 Ankunft Flieger. Ich wurde übrigens auf eine Maschine der Czech Airlinicz umgebucht. Zwei Flugbegleiterinnen, die auch durchaus für die russische Mannschaft im Kugelstossen antreten könnten, begrüssen mich in Englicz. Ich nicke freundlich und beschliesse mich nicht zu beschweren.

19:49 Ich sitze auf meinem umgebuchten Sitzplatz… ich geniesse es, auch mal in der zweiten Reihe zu sitzen und würde mich nie beklagen.

20:10 Take Off

21:05 Ankunft Stuggi (Rekordzeit des Piloten, aber wer weiß, was die beiden Kugelstosserinnen ihm angedroht haben)

21:25 Gepäck entgegengenommen

21:40 Parkgebühr entrichtet, gefühlt war ich mind. 4 Tage weg. Also, was die Parkgebühr angeht.

21:44 Ankunft bei meinem Wägelchen. Dieser motzt dann gleich, ob ich denn auch mal wieder komme. Auf dem Display steht :“Willkommen Thomasz“. Er hätte sich sehr gelangweilt, meinte er. Neben ihm stand ein Skoda… er grummelt und faucht, was in Parkhäusern aber durchaus seinen Reiz hat.

Das war mal so das Wichtigste von zwei Tagen Hamburg. Und da sag noch einer, dass das Reisen heutzutage nicht wunderschön sein kann.


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