Gedanken

Egoist

Manche haben vielleicht meinen Beitrag von gestern gelesen. In „Unaufhaltsam“ ging es um Situationen, die auf einen einprasseln, wir sie nicht so wollten, aber sie einfach kommen. Ich habe mich über eine wunderbare und inspirierende Diskussion über dieses Thema gefreut. Manches passiert und wir können es nicht ändern.

Ein ernstes Thema, woraus auch ganz unterschiedliche Reaktionen und Meinungen resultierten. Inspirierend auch deswegen, weil wir dann auch auf das Thema Egoismus gekommen sind. Davon handelt ein heutiger Beitrag. Ich würde mich freuen, wenn wir auch über dieses Thema so vielfältig diskutieren würden.


Wer sich selbst treu bleiben will, 
kann nicht immer anderen treu bleiben.

Dieser Aphorismus von Christian Morgenstern beschreibt vielleicht am ehesten, was mit gesundem Egoismus beschrieben werden könnte.

Sich selbst treu bleiben, morgens in den Spiegel schauen können. Andere bleiben dabei aber auch manchmal auf der Strecke.

Erst an sich selbst denken?

Das tun, was sich für uns selbst richtig anfühlt, auch wenn wir andere damit verletzen?

Die vielbeschriebene Authenzität. Ein Wort, was ich fast schon nicht mehr hören kann, weil es heute wohl irgendwie fast ein Lebensziel ist, authentisch zu sein oder sich zumindest so zu verhalten, weil es von der Gesellschaft erwartet wird. Ein eigenes und anderes Thema.

Nun aber zurück zum Egoismus:

Gesunder Egoismus:

  • Gibt es den gesunden Egoismus, den besseren Egoismus, was diese Beschreibung ja impliziert?
  • Erlaubt?
  • wie wird Egoismus, dieser gesunde Egoismus von anderen empfunden?
  • Wo sind die Grenzen?
  • Wo ist die Grenze zum Narzissten, zum Soziopathen?
  • darf ich Menschen verletzen, in dem ich manchmal auch nur an mich selbst denke?
  • ist die Kritik, dass jemand ein Egoist ist nicht auch egoistisch von dem der es einem an den Kopf wirft?
  • ist Egoismus nicht auch Wertschätzung (seiner selbst)
  • dienen solche Vorwürfe der Manipulation (schlechtes Gewissen)?
  • hilft uns Egoismus selbst zufriedener zu sein oder sind es die Altruisten, die zufriedener durchs Leben gehen?

Der Unvergessliche hat auch was dazu zu sagen…

Schönen Abend Euch…

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13 Gedanken zu „Egoist

  1. Hallo Thomas.
    Ich denke es gibt den gesunden Egoismus und jeder sollte ihn besitzen.
    Er hält mich im gesunden Gleichgewicht. Ich kann nicht nur für andere dasein, ich muss auch schauen dass es mir gut geht. Auch wenn es dem Gegenüber vielleicht nicht gefällt oder sogar wehtut. Nur wenn es mir gut geht, kann ich auch für andere da sein, oder?
    Manche verbieten sich solch einen Egoismus und stehen für alles und jeden zur Verfügung. Das kann und will ich nicht. Vielleicht bin ich dann auch manchmal zu Starrköpfig. Aber wenn mein Gefühl gerade Nein sagt, kann und will ich nicht Ja sagen.
    LG, Nati

  2. … gibt es den „gesunden“ egoismus? …. ich habe darauf noch keine Antwort. Doch ich möchte dich an meinen Gedankengängen Teil haben lassen. Bin gerade dabei zu differenzieren. Nicht jedes „egoistische“ nein verletzt andere zugleich. Manchmal heißt nein ein ja zu sich, aber deshalb muss nicht unbedingt jemand verletzt sein/werden.
    Birgt ein NEIN nur dann eine Verletzung, wenn Emotionen und Hoffnungen gleich welcher (banalen) Art vorliegen?
    Ein aus gesundem Egoismus gesprochenes NEIN z. B einen Kuchen für eine Veranstaltung zu backen oder ein NEIN zu einem Kinoabend muss nicht automatisch verletzen……
    Anders sieht es da im gefühls- und emotionsgeladenen zwischenmenschlichen Bereich aus……
    soweit mal meine Spontangedanken……

    1. Ich habe darauf auch keine Antwort, deswegen habe ich ja auch so viele Fragen gestellt 😉
      Ich backe selten für Veranstaltungen, werde aber auch ehrlich gesagt eher selten danach gefragt 😊
      Wenn Emotionen im Spiel sind, kann ein Nein durchaus verletzen.

      LG
      Thomas

      1. 😄 das mit dem 🍰 war ja nur ein Beispiel für „Unemotionales“ 😉….
        ist irgendwie immer eine Gradwanderung…. ABER: Selbstfürsorge ist wichtig, denn nur so hat man Kraft für andere. Nicht für sich selbst zu sorgen kann böse Folgen haben, kann ich ein Lied mit vielen Strohen von singen 🎶

        🤔….. und dann kommt noch der Aspekt der Perspektive, des Blickwinkels und der Absicht dazu….. was den einen vielleicht verletzt, lässt den andere kalt……
        oha, du stellst ganz schön komplizierte Fragen 😉

        1. Das mit dem Kuchen war ja auch eher als „Spässle“ gedacht, hab ich schon verstanden.
          Auf die Perspektive kommt es an, da bin ich bei Dir. Es kommt ja auch immer darauf an, wie man seine Meinung äußert.

  3. ist die Kritik, dass jemand ein Egoist ist nicht auch egoistisch von dem der es einem an den Kopf wirft?…..
    das trifft mich jetzt persönlich …. da könnte ich meinen Ex heute noch dafür ……
    Mein Ex war schon immer „egoistischer“ alswie ich…… ich hab erst an andere gedacht, bevor ich nach mir schaute. Durch eine Kranheit lernte ich etwas mehr auf mich zu achten, nicht immer nur für andere da zu sein, sondern auch mal nein zu sagen. Das war er nicht gewohnt und warf mir Egoismus vor. Ja kar, da das Leben für ihn jetzt etwas „komplizierter, und aufgabenreicher“ wurde, weil er auch mal etwas selbst erledigen musste…… ich tat nur das, was er schon lange tat, nämlich auf sich/mich achten. Da es für ihn aber ungewohnt war, bekam es den Stempel: EGOISMUS. (das wiederum empfand ich tatsächlich egoistisch von ihm)

    ich frage mich gerade, ob Egoismus gleich Egoismus ist. Was für die einen selbstverständliche Selbstfürsorge ist, ist für andere bereits Egoismus…..
    ..puh….

    ok… ich stelle fest: deine Fragen sind nicht klar und deutlich zu beantworten. Aber genau das ist das interessante und spannende.

    1. Ja, keine leichten Fragen. Die Story mit Deinem Ex… hmm, das kenne ich auch. Ich hab dazu noch eine geschichte, die schon lange in den Entwürfen schlummert und jetzt eigentlich sehr gut passen würde. mal schauen, vielleicht veröffentliche ich sie doch noch. Da ist das Thema Egoismus auch beschrieben…

      1. das stimmt. Die Fragen sind nicht leicht. Aber ich mag solche Fragen auf die man nicht einfach mit ja oder nein antworten kann, sondern die zum Austausch anregen. Viele Fragen lassen sich nicht klar und deutlich beantworten. Das ist der Stoff aus dem Gespräche und Diskussionen entstehen. So etwas gefällt mir

        oh, ähnliche Erfahrungen….. hmmm ist nicht einfach….

        ja, wer weiß – vielleicht veröffentlichst du die Geschichte…..

        1. Mir gefällt das auch und vor allem, weil man sich selbst bei solchen Diskussionen weiterentwickelt und neue Perspektiven kennenlernt

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