Blutmond

Gestern Nacht sollte man dieses Schauspiel „Blutmond“ beobachten können. Akkus geladen, Ausrüstung samt Stativ zusammengepackt und nach einem leckeren Abendessen, hoch hinaus über die Stadt zu einer Burgruine um zu sehen, ob ich dort was zusammengeknipselt bekomme.

Warten auf den Blutmond. Stativ aufgebaut und ein paar Nightshots.

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Dann wurde er sichtbar. Ganz fahl, ganz klein… rechts unten der Mars

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Eine richtige Herausforderung, wie ich bemerkte. Trotz Vollformat und Tele-Objektiv. Das Tele dürfte mindestens die doppelte Brennweite haben, die Lichtempfindlichkeit gerne viel besser…

Ein Hands-On Kurs in Sachen Belichtung, ISO, Blende, Verschlusszeit folgte. Viele Fotos, die alles andere als brauchbar waren… ein paar sind aber doch so geworden, dass man sie herzeigen kann.

Drei Stunden stand ich da mit anderen Fotografen und Menschen, die sich dieses Schauspiel einfach nicht entgehen lassen wollten. Darunter auch einige, die vor der Kamera an mir vorbeiwollten, während die Langzeitbelichtung lief. Schattendasein…

Gegen 22:30 dann die maximale Verdunklung, danach leuchtete unser Erdtrabant immer mehr, ganz langsam wieder so wie wir es gewohnt sind… leuchtend weiß.

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Eine ganz besondere Stimmung. Die Menschen, die sich hier oben versammelt haben, fast ehrfürchtig, leise miteinander redend, alle, den Blick zum Himmel. Zum Teil kühler Wind, dann wieder warme Brisen vom Tal heraufziehend. Mitten in der Nacht. Besonders mit vorbeiflatternden Fledermäusen zumindest fremd.

Ich habe ein paar Mal an die Unendlichkeit des Universums gedacht, wie klein wir doch sind, wie ehrfürchtig wir dann solche Szenen betrachten. „Eine Mondfinsternis ist auch immer wie ein Restart, eine Neuausrichtung und wirkt oft Monate im Voraus“ Ein Symbol vielleicht, welches ich annehmen sollte? Man kommt ins Nachdenken, Reflektieren, nicht Grübeln.

Euch noch einen schönen Samstag und ein feines Wochenende!

41 Replies to “Blutmond”

  1. Ganz fantastische Aufnahmen, lieber Thomas. Die ersten, von der Stadt bei Nacht, erinnern mich uebrigens etwas an Lavastroeme.
    Die Stimmung beim Blutmond und bei der Mondfinsternis kann ich mir gut vorstellen. Uns ging es genauso bei der Sonnenfinsternis [Du erinnerst Dich an meinen Post] im vergangenen Jahr.
    Liebe Gruesse, und hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

  2. Die anderen Fotos finde ich auch sehr schön – aber die vom Mond gefallen mir natürlich am besten 🙂 Nachdem ich ihn gestern schon nicht selbst sehen konnte… 🙂

  3. In Wien verhüllte sich der Blutmond mit Wolken. Es blitzte, donnerte, ganze Straßenzüge lagen wegen Stromausfall in der Dunkelheit da, der Wind wehte stürmisch, so oder so, eine aufregende Nacht :o) …

    • Auch das ist aufregend… so oder so, wie Du das richtig beschreibst… ungewöhnliche Energie.
      Liebe Grüsse
      Thomas

  4. Hallo Thomas.
    Da hast du wieder ganz tolle Bilder für uns. Die Stadt Bilder gefallen mir sogar noch besser als der Mond. Und Nina glänzt schon fast weihnachtlich.
    Ich danke dir fürs zeigen.
    LG, Nati

    • Liebe Nati,
      sehr gerne teile ich meine Erlebnisse mit Euch. Nina hatte gestern nicht allzu viel zu tun, aber sie freut sich schon auf die nächsten Einsätze. Ich bin gespannt, wie sie diese ungewöhnliche Energie aufgenommen hat.
      Liebe Grüsse und schönen Abend
      Thomas

  5. Deine Stadtaufnahmen finde ich wunderschön. Und der Mond. Ja, der ist schon was sehr Besonderes. Mir und meiner Kamera hat er sich verweigert. Aber das ist jetzt kein großes Drama. Dafür habe ich Sternschnuppen gesehen …
    Liebe Grüße, Veronika

  6. … das dürfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen … zumal wir klare Sicht am Himmel hatten …
    langsam … langsam konnten wir vorerst die Umrisse eines Balles erkennen … der wie aus dem Nichts aus der Erdsenke emporstieg…
    schwach rosa … dann nahm er Röte an … darunter konnte man deutlich den Punkt von Mars sichtlich rotglitzernd erkennen –
    ahhh … ohhh … staun … und so wie Thomas richtig beobachtete … sehr andächtig ruhig verhielt sich die Ansammlung der neugierigen Himmelsgucker … es wurde leise gesprochen … oder sich schweigend staunend verhalten
    … der rote Mond stieg und stieg und wurde immer größer… sodass auch der darunter leuchtende Mars gut zu erkennen war …
    ich löste mich von der Menschenansammlung und setzte den Katzenspaziergang fort … da ich von jeder meiner Positionen den Blutmond sichtbar verfolgen konnte …
    wir beide ( der Mond und Ich) führten unseren nächtlichen Spaziergang wie gewohnt fort – bis ein grauer Schleier die Scheibe bis zu 95% einer kaum sichtbaren hellen Sichel überzog … der Prozess des Blutmondes war beendet 🙂
    … ab da blinzelte der Mond immer ein bisschen mehr und mehr …und kündigte so den Rückzug des Schleiers an
    Für mich war es ein faszinierendes Erlebnis … denn wir beide gehen ja fast jede Nacht Seite an Seite spazieren und erzählen uns romantische Geschichten 😀

    die Fotos … lieber Thomas sind dir perfekt gelungen … danke für deine Mühe bussi 😉 auch das Flair der Stadtaufnahmen erinnern mich an einen fließenden Lavastrom wie PIT es schon erwähnte 🙂 oder an Klein – Las Vegas 😀

    heute wäre uns die Sicht dieses Himmelsspektakels nicht gewährt worden … es blitzt und donnert – der ganze Himmel hängt voll mit schwarzen Regenwolken – endlich würde ich sagen …

    wünsche Dir lieber Thomas einen besonders relaxen Sonntag
    lieb grüß und drück und ein Schokiherzerl als Betthupferl … zuza 😉

    • Guten Morgen liebe zuza,

      die faszinierende Blutmondnacht steckte mir dann doch in den Knochen und ich bin für einen Samstag-Abend und für meine Verhältnisse wirklich früh ins Bettchen gesunken.
      Danke für Deine Worte, schön, wenn es Dir gefallen hat, was Du an Fotos gesehen hast… „Klein-Las-Vegas…“ finde ich cool…
      Ich wünsche Dir auch einen fröhlichen und entspannten Sonntag.
      Das Schokiherzerl ist dann für heute Abend. 😉

      Liebe Grüsse
      Thomas

  7. Was soll ich sagen: Mondfotos sind schön aber die Nightshots gefallen mir fast besser. Bei mir war das Mond-Thema eher unergiebig. Wo hast Du die Aufnahmen gemacht?

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