Geld und Zeit

Da habe ich heute auf YouTube ein sehr interessantes Video gesehen, welches ich mit Euch teilen möchte.

Was sind denn die wahren Werte?

Richard David Brecht, 52, Philosoph und Publizist, bringt es hier auf den Punkt. Manche von Euch kennen ihn vielleicht als Autor des Bestsellers „Wer bin ich – und wenn ja, wieviele?“ Ich liebe das Buch.

Kann man wirklich alles mit Geld bemessen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie wenig Geld Einfluss auf die eigene Zufriedenheit hat. Wie wenig Geld dazu führt, dass man glücklich ist. Ich hatte eine gute Lehrmeisterin, die mir zeigte, was die wahren Werte sind, was meine Ansichten zum Teil auch verändert hat. Sicher ist man ein ganzes Stück unglücklicher, wenn man kein oder zu wenig Geld hat, wenn man nicht weiss, wie man den Monat rumkriegen soll. Aber das Glück zu erfahren, wie man auch mit wenigem zurecht kommen kann und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen zufrieden ist. Ich hatte das in meinem Leben auch schon erfahren müssen.

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Aber macht es uns glücklich, Dinge zu kaufen, die man sich einfach leisten kann? Kurzfristig vielleicht diese Befriedigung, kurzfristig dieses Glück. Aber es geht um ganz andere Dinge. Zeit kann man sich nicht kaufen. Freundschaft und Liebe erst recht nicht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie man sehr schnell „Freunde“ verliert, wenn man kein oder viel weniger Geld hat. Wenn man den Job verliert, vielleicht auch seinen gesellschaftlichen Status. Die wahren Freunde zeigen sich in diesen Situationen. Sie kommen von sich selbst auf Dich zu, weil sie spüren, dass Du sie brauchst. Wer ist für Dich da? Auf wen kann man sich auch dann noch verlassen? Interessant dann dabei aber auch, dass diese „Freunde“ dann plötzlich wieder da sind, wenn sie in einer ähnlichen Situation stecken oder man wieder aufsteht und sich wieder nach oben kämpft. Ich bin froh, wahre Freunde zu haben, die in allen Lebenssituationen für mich da sind und sortiere dann auch mal ganz gern aus.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, wie es bei vielen Menschen am Ende doch nur um die Kohle geht… Schade.

Zeit für andere Menschen, das ist das, was uns heute doch fehlt. Immer und überall erreichbar, flexibles Arbeiten, auch von Zuhause aus, auch am Wochenende. Das ist Zeit, die wir vielleicht auch fehl investieren. Sicher, man verdient ja das Geld mit der eingesetzten Zeit, aber bleibt dabei nicht so viel mehr auf der Strecke?

Geld für gute Zwecke, helfen, die Welt ein wenig besser machen. Die Kohle anhäufen und sich weitere Dinge kaufen, die man braucht oder auch nicht, ist nicht meins.

Ich wünsche Euch einen hoffentlich sonnigen Freitag und einen feinen Start in Euer Wochenende…

Und was könnte da besser dazu passen?

3 Replies to “Geld und Zeit”

  1. Im Grundkurs Wirtschaftswissenschaften hatten wir einen Prof, der in „Freude- Einheiten“ maß. Fand ich damals einen sehr interessanten Ansatz.
    Fakt ist auch: Dinge, die ich mir heute vielleicht leichter leisten kann als früher, sind es mir heute nicht mehr wert.

    Und was Freunde angeht: ich gehe mit dem Begriff seit jeher sehr sparsam um. Teile aber Deine Erfahrungen dazu. Habe mal nach langer schwerer Krankheit auch aussortiert.

    • „Freude-Einheiten“ halte ich auch für einen interessanten Ansatz. Taugt ja fast für nen Beitrag 😉
      Das mit dem Aussortieren von Freunden tut auch irgendwie gut. Wie Ballast abwerfen irgendwie und dann kann man sich nämlich auch um die wahren Freunde kümmern.
      Schönen Abend Dir.
      Thomas

  2. ja Thomas …
    ich erinnere mich ganz wage …( ich war etwa 4 Jahre alt )- an eine traurige Zeit zurück – an eine lange Durststrecke ohne Geld oder sehr wenig …
    – als meine Eltern noch Ware gegen Ware eingetauscht hatten – wir bekamen Care Pakete von den Amerikanern …
    – es wurde salzige Butter gegen Orangen eingetauscht … Schokolade und Kakao gegen Schuhe –
    – auch nach meiner Ausbildungszeit als Kauffrau flüchtete ich von zu Hause nach Ludwigsburg – um bessere Lebensqualitäten anzustreben – doch Freiheit hatte ich mir damals anders vorgestellt – eine fatale Umkehr fand statt
    — ich fand sofort nur mäßig bezahlte Arbeit – bin so manches mal nur mit trocken Brötchen – einem Apfel und Wasser aus der Leitung hungrig eingeschlafen – bis der Magen aufhörte zu knurren
    … mich schauert:s den Rücken runter – in einen prall gefüllten Supermarkt einkaufen zu müssen – die Kommerzialisierung formt uns mit ihrer Handlungslogik zu Kaufmaschinen – 😉
    … ich flüchte regelmäßig für längere Zeit in mein Feriendomizil nach Polen … komme hier mit wenig Geld aus … jaa da sind noch die Gastkatzen – die um Futter betteln … und sehr geduldig auf die Fütterungszeit am Abend warten …
    – obwohl hier auch schon der Kommerz Einzug gehalten hat … die *no name Figther am Himmel ziehen ebenfalls ihre Schachbrett -Muster * MOTTO *sauberer Himmel*
    danke lieber Thomas für deine umweltfreundlichen Gedanken in Worten gefasst – sie haben Sinn und Wertschätzung von meiner Seite aus …

    Du bist mit deiner Denkweise auf dem richtigen Weg –
    wünsche dir ebenfalls ein *feini* Wochenende – mit lieben Gedanken im Gepäck – und einem lieblichen Gläschen Rotwein dazu –
    lieb Grüß – die zuzal 🙂

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