Licht am Ende?

Auf meiner Fahrt nach Österreich und wieder zurück bin ich durch viele Tunnels gefahren. Bei den längeren kommt ja zuweilen manchmal schon so ein beklemmendes Gefühl auf. Geht es Euch auch so?

Ich leide sicher nicht unter Platzangst, Aufzüge, MRT-Röhre, Höhlen, Bergwerksstollen… kenne ich alles, halte ich auch aus.

Mal sind die Röhren gut beleuchtet, mal schlecht mit fahlem Licht. Aber durch alle muss man durch, am Besten so schnell als möglich. Es wurden für den Auto- und Schienenverkehr so viele Löcher in die Berge gegraben, damit man schnell von A nach B kommt. Die Sicherheit in den Röhren wurde ständig verbessert, trotzdem schwingt bei mir immer dieses latente Gefühl des „ausgeliefert seins“, der Hilflosigkeit im Fall eines Unglücks mit. Schlechte Luft. Was passiert bei einem Unfall? Ein Brand? Man kennt die Horror-Szeanrien. Zurück geht sowieso nicht. Nur vorwärts und so schnell als möglich wieder raus.

Es gibt viele dieser Tunnel in unserem Leben. Man begibt sich auf einen Weg, der zu einem gewissen Zeitpunkt vielleicht auch gar kein links oder rechts mehr zulässt. Notausgang vielleicht, aber wir lassen dann alles zurück. Eigentlich geht es nur nach vorn, so schnell wie möglich wieder raus. Richtung Licht. Aber was erwartet uns da? Frische Luft, frisches Leben oder gehts nach ein paar Schritten in den nächsten Tunnel?

Immer den einfachen und schnellen Weg gehen, den Tunnel nehmen? Oder auch mal  den beschwerlichen Weg über den Berg nehmen? Zeit, ein Grund, den wir heute ja immer ganz gerne vorschieben. Bequemlichkeit, Komfortzone. Was fangen wir mit der Zeit an, die wir sparen, wenn wir uns auf den schnellen, bequemeren Weg begeben? Was verpassen wir?

Ich habe für die Rückfahrt von Österreich den steileren Weg, den längeren Weg über den Arlbergpass gewählt, 14 km Tunnel mit Gegenverkehr, nein, nicht mein Ding. Meine Navi hat das übrigens überhaupt nicht akzeptieren wollen. Sie hat lautstark protestiert und erst oben auf der Passhöhe eingesehen, dass es auch über den Berg zu schaffen ist.

Es hat sich gelohnt, sensationelle Ausblicke, frische Luft, nochmal Schnee, bevor ich dann in Richtung Bodensee, in Richtung Regen unterwegs war…

Es lohnt sich oft, den steileren Weg zu gehen…

Ein paar Fotos?

Schön, dass Du mich ein Stückchen hinauf auf den Berg mit Deiner Stimme begleitet hast ❤️ – im Grunde bist Du ja immer bei mir… Liebe Grüsse an Dich 😘

 

29 Replies to “Licht am Ende?”

    • Dankeschön… das mit Frau Navi ist so ne Win-Win Beziehung.
      Sie ist ganz froh, dass sie alles besser weiss, ich bin froh, dass ich da hin finde, wo ich möchte… Und sie ist nie eingeschnappt und immer geduldig, auch wenn ich hundertmal falsch abbiege 😉

      • Das ist ja beinahe schon Paar- Therapie bei Dir und Frau Navi 🙂
        Ich hatte mal probehalber deren Kollegin an Bord und hätte ich nicht versprochen, sie wieder mit nach Hause zu bringen, wäre sie irgendwo auf einem Acker nahe Oldenburg gelandet. 🙂

  1. Ich musste eine zeitlang häufiger durch den Elbtunnel. Und dann noch häufiger da drin im Stau stehen. Das war für mich eine echte Herausforderung. Dagegen finde ich Bergtunnel fast harmlos (wobei dort zugegebener Maßen bereits wesentlich mehr drin passiert ist, aber Ängste sind ja nicht rational). Der Ausblick deines Umweges ist wirklich schön, was man von den Umwegen um dem Elbtunnel nicht so unbedingt behaupten kann 😉

  2. … servus und ein liebes dankschön lieber Thomas 🙂
    ….für deinen Rückreise-Landschafts-Einblick – herrliche Aufnahmen –
    ein Tunnel bedeutet für mich immer ein bedrückendes und gleichzeitig beängstigendes Gefühl der Enge – sehr unbehaglich – angenehmer als Naturphänomen ist der steilere Weg…. es stockt mir den Atem bei diesem Panorama – die Schönheit der Berge und die Luft in sich aufzusaugen –
    ein weiser Gedankengang mit dem Tunnel des Lebens – und eine Botschaft die angekommen ist
    .. durch Energie und Kraft auch die steilen Wege unverletzt durchzustehen …

    … schreibe mit einem Finger … habe mir erhebliche Schnitt-Verletzungen an den Fingern zugezogen …der linke Daumen ist besonders betroffen – wird wieder 🙂
    Zuzaly wünscht dem Thomas und allen netten Menschen die deine äußerst lehrreichen Berichte mit Eifer verfolgen – einen guten start in den Februar
    Namaste 🙏
    eine ZEN-Weisheit
    Es geht im Leben nicht darum – zu warten bis das Unwetter vorbeizieht – es geht darum – zu lernen – im Regen zu tanzen …

    • Liebe Zuzaly, erst einmal meine Wünsche, dass Deine Schnittverletzungen bald heilen. Was hast denn gemacht?
      Vielen Dank für Deine lieben Wünsche und ja es ist eine schöne Zen-Weisheit. Ähnlich wie der Segler, der keinen schlechten Wind kennt, weil er die Segel einfach danach ausrichtet.
      Liebe Grüsse
      Thomas

      • …. ja lieber Thomas … Unachtsamkeit wird sofort bestraft — erst überlegen dann handeln – wollte meiner Tochter eine genesungsfördernde echte Hühnerbrühe kochen … sie hat einen grippalen Infekt … tja derbe ausgerutscht beim zerteilen mit einem Sägemesser … es war mir eine Warnung – ich bin froh das der Daumen noch dran ist 😀 …… es genügt – einfach zu sein ohne Getue ….. Drückerlis <3

        • Na zum Glück isser noch dran, der Daumen. Deiner Tochter auch alles Gute, ich bin mir sicher, dass sie schnell wieder auf die Beine kommt, wenn sich Mama so ins Zeug legt…
          Macht’s gut ihr zwei 🍀

  3. Richtig gute Gedankengänge und sehr schöne Fotos wieder hier bei dir Thomas!☺
    Hab im Grund zwar kein Problem mit Tunneln, ziehe aber den Weg in herrlicher Landschaft, auch wenn noch so beschwerlich oder viel länger, diesen Tunnels auf alle Fälle vor!
    Denn man wird eigentlich fast immer mit herrlichen Aussichten dafür belohnt.
    Danke fürs mitnehmen und liebs Grüßle🍀

    • Das Wetter war jetzt nicht so toll, aber gelohnt hat es sich in jedem Fall… und meine Gedankengänge und Fotos, schön, wenn sie gefallen. Danke Dir.
      Liebs Grüßle zurück
      Thomas

  4. Tunnel? 14 km? Hmm, ich bin raus…😱😏😊
    Wieder wunderschöne Fotos Tom, einfach herrlich diese Landschaft. Ich kaufe vielleicht doch noch Wanderschuhe, wird ja bald Frühling. 🌷
    Liebe Grüße zurück…😉😘
    Deine Maren

  5. Bei mir fängt das Unwohlsein so ab 5 km an ! Heftig finde ich die Tunnels auf der Tauernautobahn ! Tauerntunnel und Katschbergtunnel ! Da meinst du es hört nicht mehr auf und dafür bezahlt man auch noch extra Maut ! Was ich überhaupt nicht mag sind LKW im Rückspiegel. Dies versuche ich immer zu vermeiden wenn es möglich ist ! Abstand halten ist für viele ein Fremdwort ! Bereits auf der Einfahrt schaue ich dass ich nicht einen hinter mir habe !!! Was auch übel ist wenn nur eine Röhre vorhanden ist und du Gegenverkehr hast ! Bei einem Unfall ect. keine Chance was zu tun ! Manni

Was denkst Du?