Das perfekte Frühstück

Heute darf ich Euch wieder einmal einen wichtigen Ratgeber an die Hand geben, den die Welt braucht? Keine Ahnung, entscheidet selbst.

Das perfekte Frühstück, der 10 Punkte Ratgeber

  1. Vorbereitung, wie immer geht nichts über eine gute Vorbereitung. Die italienische  Espressomaschine, die ich letztes Jahr der Eisdiele abgekauft habe, am Besten schon am Vorabend vorheizen. Über die Leistungsaufnahme keine Gedanken machen. Auch nicht darüber, dass wenn man sie anschaltet, das Licht im ganzen Viertel etwas dunkler wird. Guter Kaffee braucht eine amtliche Maschine.
  2. immer noch Vorbereitung… irgendwann ins Bett gehen, sonst gibt’s auch kein Frühstück
  3. Aufstehen. Druck und Temperatur an der Espressomaschine kontrollieren. Perfekt!
  4. Brötchen, frische Brötchen, zum Bäcker? Aufbacken? Keine Brötchen? Trockenes Brot oder doch ein gesundes Müsli? Oder wie oder was? Bin ganz durcheinander… Hier gilt es: Ruhe bewahren. Punkte 5,6,7,8 nur einen auswählen, sonst kommt alles durcheinander…
  5. Brötchen holen: Ok. Anstrengend. In der Jogginghose, doch was Normales anziehen? Rasieren (betrifft jetzt nur die Herren… na ja… ach, das ist jetzt ne ganz andere Diskussion), Zähne putzen? Wo ist eigentlich das Portemonnaie. Ok, alles unter Kontrolle. Jogginghose passt doch. Rasieren, später. Also ab zum Bäcker. Die Backwaren-Fachverkäuferin begrüsst mich dann auch sofort mit einem schrillem „Guten Morgen“, danach wendet sie sich wieder ab zu ihrer Kollegin und es wird erst mal der letzte Abend diskutiert. Ich stehe da und hoffe darauf, meine Bestellung loswerden zu können. „Was darf’s sein?“ Wow, ich bin dran, cool, ich gebe meine Bestellung auf, sie antwortet ihrer Kollegin. „Was darf’s für sie sein?“ Hmm, Déja Vu, oder was? Egal. „Immer noch das, was ich eben gesagt habe…“ aber immer noch freundlich. „Was war das nochmal? Und weisst Du Sabine, ich finde das ja schade, dass er Dir das dann so gesagt hat“ Als geduldiger und verständnisvoller Zeitgenosse warte ich, bis die zwischenmenschlichen Befindlichkeiten geklärt sind. Ich bin ja schließlich auch ins Gespräch hereingeplatzt. „Was darf’s sein?“ Mein Einsatz und ich kann meine Bestellung platzieren, bekomme die Ware, bezahle und gefühlt, eine Stunde später, habe ich frische Brötchen. Frisch? Na ja. Was ist schon frisch. Wenn ich in Süddeutschland fangfrischen Fisch aus dem Nordatlantik kaufe, hat das Wort frisch ja auch Ermessensspielraum.
  6. Brötchen zum Aufbacken. Einfacher und bequemer. Das, was ich meist bevorzuge, wenn ich daran gedacht habe, solche Brötchen vorher einzukaufen. Ahhh, vergessen. Gehörte ja eigentlich zu Vorbereitung. Zu spät. Ich bin stolzer Besitzer einer Maschine, die fast alles kann. Mikrowelle-Grill-Backofen-Kombigerät. Feine Sache. Also Brötchen rein und los gehts. In den paar Minuten, die mein Brötchen braucht, um fertig zu backen gehe ich ins Bad. Auch morgens schon einfach effektiv mit der Zeit umgehen. Was dann passierte, na ja, wäre vielleicht besser gewesen, ich wäre davor stehengeblieben und hätte den Umdrehungen des Brötchens zugesehen. Egal, ich im Bad. Dusche und irgendwie rechts komisch.Ich selbst konnte das ja nicht sein, hab ja geduscht… Hmm. Ich geh mal kucken. Badtür auf und ich steh vor einer schwarzen Rauchwand. Ganz vorne leuchtet meine Mikrowelle-Back… keine Zeit jetzt dafür das alles zu tippen weil mein Brötchen darin lichterloh brennt! Fenster aufgerissen. Ich steh in der Wohnung, hmm, ja so, wie ich aus der Dusche kam. Friere etwas… Die Untersuchungen meiner eigens einberufenen SoKo haben ergeben, dass ich nicht den Backofen als Erwärmungsart für das Brötchen gewählt habe, sondern das arme Ding etwas mehr als 6 Minuten mit 1.000W Mikrowellen beschossen habe, was einfach zu viel war. Der pathologische Befund war entsprechend niederschmetternd, nicht mehr geniessbar. Schwarz, nach Minuten noch vor sich hin rauchend und auf die Größe eines Golfballs geschrumpft. Die Wohnung stinkt, alles verraucht. Was ein Start… Hmm was  nun? Bäcker -> Punkt 5, trockenes Brot -> Punkt 8, Müsli -> Punkt 7 – Chaos zunächst, aber auch hier wieder: besonnen bleiben!
  7. Müsli. Wir erinnern uns – es gibt nur Müsli, wenn man es vorher eingekauft hat und die Milch, bei mir Sojadrink aus der Packung will, weil sie nicht schon ein paar Woche auf ist… Easy.
  8. Trockenes Brot. Geht auch. Wenn man welches hat.
  9. Wenn nun das Brötchen den aggresiven Mikrowellen zum Opfer gefallen ist, Müsli nicht im Haus ist, Brot sowieso nicht… dann doch Punkt 5 oder nachdem einigermassen wieder Sicht hergestellt ist einfach nur nen Espresso und auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker vorbei gegangen?
  10. Ja!

Einen schönen Samstag Euch, ich hoffe, die Tipps helfen und ja… ein schönes Wochenende. Macht Eurem Liebsten, Eurer Liebsten doch mal ein Frühstück im Bett. Die Tipps dazu habt ihr ja jetzt!

 

27 Replies to “Das perfekte Frühstück”

  1. lach….ich bin ja ein Frühstücksmuffel, also solche Pannen können mir eher nicht passieren. Ich brauch nur Kaffee, damit ich zu mir komme und halbwegs klar denken kann 😉

    Aber einen leckeren Brunch würde ich nicht ausschlagen. Besonders, wenn ich ihn nicht zubereiten muss. 🙂

    Mach dir einen schönen Sonntag….vielleicht mit einem Sektfrühstück 😉

  2. Oh je das mit der Mikrowelle ist mir leider auch schon passiert, seitdem lasse ich den OFEN nicht mehr unbeabsichtigt 🙂
    Ich würde Frühstück im Hotel vorschlagen 🙂
    Und übrigens… Mit JOGGINGHOSE zum Bäcker??? Geht ja wohl gar nicht! 😉

  3. Ach herrje… bei so vielen Überlegungen und Chaos gehe ich nun doch lieber gleich mal zum Mittagessen über Thomas! 😄
    Aber klasse😀👍 und Hauptsache der Espresso ist fertig.🍵
    Liebs Grüßle

  4. Ich schäme mich auch immer, wenn ich einfach in Bäckereifachverkäuferinnengespräche reinplatze. Da hinterfragt man schon, wie man so ein schlechter Mensch werden konnte.

  5. guten Morgen TK; ich sehe jetzt das soeben von mir konsumierte ‚Spätaufsteherfrühstück‘ mit ganz anderen Augen. Vielen Dank für Deine ermunternden Worte des Morgens!
    der CV

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