Meeting mit Gevatter T.

Meeting mit Gevatter Tod

Über mein Treffen mit dem inneren Schweinehund hatte ich ja bereits berichtet. Diese Woche hatte ich leider die Bekanntschaft mit einer düsteren Gestalt, dem Tod, zu machen. Ich habe bislang immer nur von ihm gehört, habe mich aber nie näher mit ihm beschäftigt.


„Gevatter Tod“ ein Märchen der Gebrüder Grimm

Ein armer, verzweifelter Mann sucht für sein dreizehntes Kind einen Gevatter (Taufpaten). Den lieben Gott weist er ab („du gibst den Reichen und lässt den Armen hungern“), ebenso den Teufel („du betrügst und verführst die Menschen“) und akzeptiert erst den Tod, „der alle gleich macht“. Als der Patensohn herangewachsen ist, zeigt der Tod ihm ein Kraut, womit er Kranke heilen darf, wenn er den Tod bei ihrem Kopf, nicht aber bei ihren Füßen sieht. Er warnt ihn gleichzeitig, das Kraut nicht gegen den Willen des Todes zu benutzen. Bald gilt er als Arzt, der für seine Klarsichtigkeit und seine Erfolge berühmt ist, und er wird reich. Als der König und danach die Königstochter schwer erkranken und er zu Hilfe geholt wird, wird ihm die Tochter des Königs als Frau versprochen. Da der Tod bei den Füßen der Königstochter steht, trickst der Mann den Tod aus, indem er sie im Bett in die andere Richtung dreht. Der Tod wird zornig, sieht ihm den Betrug aber einmal nach. Beim zweiten Mal holt er sich den Mann und zeigt ihm in einer Höhle die Lebenslichter der Menschen. Seines ist am Verlöschen. Der Mann bittet um Gnade und um Verlängerung seines Lebens. Zum Schein geht der Tod auf seine Bitte ein, lässt aber aus Rache das Restchen seines Lebenslichts fallen, und der Arzt stirbt. (Quelle: Wikipedia)


Dienstag brach ich dann meine Geschäftsreise ab und kehrte zurück in meine alte Heimat. Dort traf ich ihn dann, den Gevatter Tod und er liess das Lebenslicht eines lieben Menschen erlöschen. Kein Verhandlungsspielraum, keine Gnade.

Ich war dabei, wie das Licht fahler und dunkler wurde und schliesslich erlosch. Damit  erlöste er diesen lieben Menschen von seinen Schmerzen und Qualen. Für mich zunächst unfassbar, hatte ich auch nur wenige Tage, mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass ich diesen lieben Menschen verlieren werde, dass er eine Reise antritt ohne zurück zu kommen. Sicher ist diese Reise über den Regenbogen ein Aufbruch in eine bessere Welt. Da bin ich mir sicher!

Ein Mensch, der mir sehr viel bedeutet, der mir so viel Kraft gibt und mit mir das alles durchsteht, wie kein Anderer, hat mir diese Zeilen gesendet:

"Man sagt es gibt ein Land der Lebenden und ein Land der Toten.

Man sagt auch es gibt nur eine einzige Verbindung zwischen ihnen – 

die Brücke aus Liebe und Erinnerung"

Diese Weisheit wird morgen auch Teil der Trauerrede sein.

Ich werde diese Brücke aus Liebe und Erinnerung nie abbrechen und darauf achten, dass sie stets intakt bleibt.