Alles Anders X

Jubiläumsausgabe 😉

Ich habe vorgestern ein Feedback erhalten, dass diese Geschichte berührt. Welch schönes Kompliment. Durch Schreiben Gefühle zu transportieren, ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe…

Ein anderes Feedback kam von einem Freund, der meinte, die Story hätte Potential für ein Buch. Da lassen wir mal die Kirch im Dorf, würde ich sagen.

Aber Motivation genug, diese Geschichte fortzusetzen. Danke Euch allen!

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Ich hatte zwei Versionen der Fortsetzung im Kopf, ich habe mich für diese hier entschieden…

Alles anders Teil 10

Anna schloss die Fahrertür auf und verabschiedete sich mit den Worten:“ Klaus mach’s  gut, ich bin enttäuscht, wieso hast Du nicht mehr gekämpft?“ 

Unter Tränen fuhr sie die Strasse hinunter und Klaus stand da, im Regen. Noch eine ganze Weile, bis ihm klar war, dass sie weg war.

Er fühlte sich hilflos und schlecht. Diese Frage von Anna ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Was hätte sie denn erwartet? Sollte er tatsächlich sagen, dass sie bleiben soll, dass sie ihrem Mann sagen sollte, dass sie wegen ihm nicht mehr zurückkommt? Hätte er ihr seine Liebe gestehen sollen? Einfach ehrlich sein? Um sie kämpfen? Sich endlich eingestehen, dass er sie schon länger als ein Jahr vermisst hatte?

Ihm wurde immer klarer, dass er sie im schlimmsten Fall auch verloren hatte. Doch jetzt war es zu spät. War es das wirklich?

Weiter darüber zu sinnieren, was richtig gewesen wäre und was er jetzt tun könnte oder hätte tun können, machte keinen Sinn. Er nahm sein Telefon in die Hand und wählte ihre Nummer. Mailbox. Auch beim zweiten Mal. Er schrieb ihr eine Nachricht. „Ich habe einen Riesenfehler gemacht, ich liebe Dich! Bitte sprich mit mir…“

Sie antwortete nicht, empfang zwar die Nachricht, aber eine Antwort kam nicht, offline. Und wie er das dritte Mal anrief, gelangte er wieder sofort auf die Mailbox. Klaus war traurig. Er ging ziellos zu Fuß in Richtung Stadtmitte, mittlerweile vom Regen durch und durch nass, er fror und alles erschien grau und alle Menschen schienen hektisch an ihm vorüber zu ziehen. Liebespärchen gingen fröhlich und unbeeindruckt vom naßkalten Wetter an ihm vorüber, sich aneinander geschmiegt, damit sie unter einem Schirm Platz hatten. An einem kleinen Kaffee angekommen, nahm er in einer Ecke Platz, bestellte sich einen Espresso und ein Wasser. So sass er fast regungslos, die Augen nicht von seinem Telefon abgewandt. Er realisierte nicht einmal, wie die Servicekraft die Getränke brachte. Sie dachte sich, es sei wohl ein ausländischer Tourist, der sie nicht verstand und ging mit einem Kopfschütteln zum nächsten Tisch.

Anruf… aber es war Frank. Er nahm ab und wusste schon, was Frank wollte. Sein Freund wollte wissen, warum er so zögere und ob man nicht den Sack zumachen könne. Er würde beim Gehalt auch nochmal mit sich sprechen lassen, wenn das der Grund für das Hinhalten sei. Es wäre unklug zu sagen, dass er der absolute Wunschkandidat für den Job wäre, aber er möchte ihm doch bitte mitteilen, woran es hakt, dass er nicht zusagt. Klaus erzählte ihm, dass es noch ein sehr interessantes Angebot gäbe und dass er das einfach noch zumindest anschauen will. „Also gut, bis wann darf ich denn mit Deiner Zusage rechnen? Ich sollte das bis Montag Abend schon wissen!“ Klaus mochte das überhaupt nicht, jetzt auch noch wegen dem Job unter Druck gesetzt zu werden. Er verprach aber, sich bis Montag Abend zu melden, wünschte ein schönes Wochenende und lehnte das Angebot zu einem gemeinsamen Abendessen ab, da er angab, schon verabredet zu sein. Sofort nach diesem Anruf wählte er seine Mailbox an, nicht, dass Anna doch noch zurückgerufen hatte. „Sie haben keinen neuen Sprachnachrichten…“

Er versuchte nochmals, Anna zu erreichen. Mailbox, dieses Mal nahm er seinen Mut zusammen und teilte Anna mit, dass er unbedingt mit ihr telefonieren möchte und dass ihm alles so leid tut. Er schloss mit den Worten „Ich liebe Dich“. Er beschloss zurück zum Hotel zu gehen und sich um das Job-Angebot zu kümmern, welches er am Nachmittag per Email erhalten hatte, noch wie er mit Anna unterwegs war. Er war verzweifelt.

Anna stand auf einem Parkplatz an der Autobahn, gerade mal 40km war sie gekommen. Weiter konnte sie nicht fahren. Sie telefonierte mit ihrem Mann. Er hatte sie angerufen und gefragt, ob sie denn jetzt nach Hause käme. Es war ein langes Gespräch, erst wütend, sich gegenseitig Vorwürfe machend, dann gestand sie ihm, dass sie Klaus getroffen habe und Zeit mit ihm verbracht habe. Ihr Mann meinte darauf nur, dass er eigentlich nicht mehr damit gerechnet hätte, dass sie nach Hause kommt und dass dieser schmierige Klaus dahinterstecken würde, hätte er sich ja gleich gedacht. „Du hast ihn doch seit dieser Affäre nicht wirklich vergessen“, sagte er ihr einfach so am Telefon. Bestimmt habt ihr Euch getroffen und wieder miteinader geschlafen. Ich habe versucht, ihn in seiner Firma zu erreichen und da sagte man mir er sei geschäftlich in Hamburg, stünde da in seinem Kalender. Von der Kündigung wusste er offensichtlich nichts. „Wieso spionierst Du mir hinterher?“ Ihr Mann meinte nur, weil er Bescheid wissen wolle. Anna meinte, dass sie die ganze Situation bitte mit ihm persönlich besprechen wollte. Er hatte kein Interesse daran und fragte nur, ob sie vorhat, nach Hause zu kommen, dann sei er weg. Anna antwortete ihm nur knapp: „Na gut, dann bleibe ich in Hamburg“ und legte auf. Sie weinte immer noch, sie war verzweifelt.

Dann sah sie, dass Klaus versucht hatte sie zu erreichen. Sie legte das Gerät zur Seite, versuchte sich zu beruhigen. Es gelang ihr erst nach einigen Minuten. Raus aus dem Auto an die frische Luft. Innerhalb von ein paar Minuten war ihr Haar und ihre Kleidung nass. Sie fror. Was sollte sie tun? Was wollte Klaus jetzt noch? Ihre Enttäuschung war groß.

Sie beschloss, wieder zurück nach Hamburg zu fahren und sich in ihrer Wohnung zu verkriechen. Telefon aus und für niemanden erreichbar sein, das schien ihr das geeignetste Mittel, um zur Ruhe zu kommen, über die ganze verfahrene und traurige Situation nachzudenken.

Anna parkte ihr Auto wieder in der Tiefgarage und ging in ihre Wohnung. Hängte ihre Jacke über den Stuhl und nahm am Küchentisch Platz, es wurde dunkel.

Irgendwann kam Klaus am Hotel an. Er ging sofort in die Bar und bestellte sich einen Whisky, es war nicht der letzte, den er an diesem Abend trank.

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to be continued…

 

 

 

 

32 Replies to “Alles Anders X”

  1. Wow, sehr gut!!
    Weiter so… Es muss weiter gehen..
    Ich fühle mit den Beiden… Das hast du geschafft!
    Ganz liebe Grüße
    Jacky

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