Alles anders IX

Teil 9 meiner Kurzgeschichte… ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Geschichte so ausbaue… Ihr habt mich motiviert – Bitteschön. Lesen! 😉


Alles anders Teil 9

Klaus lächelte und nahm Anna bei der Hand und sie gingen aus dem Hotelzimmer, raus aus dem Hotel und in Richtung Innenstadt. Shopping war der nächste Programmpunkt. Sie versprachen sich, jetzt nicht mehr über den Job zu sprechen und den Tag zu geniessen.

Sie gingen hinunter Richtung Jungfernstieg, in Richtung der vielen Geschäfte. Am Fleet entlang, wie Klaus die letzten Tage nun schon öfters gegangen war, mittlerweile war ihm das alles vertrauter. Der Himmel zog zu, leichter Regen und ein kühler Wind kam auf. Die beiden verschwanden in die nächste Shopping Meile, dort war es trocken, nicht überlaufen und man konnte in Ruhe einkaufen. Schon bald hatten Anna und Klaus ein paar Kleidungsstücke für Klaus gefunden, die nach Anna’s Meinung zu ihm passten. Er war es nicht gewohnt und sie bat ihn auch gleich, die neue Hose, eine schicke Jeans und das Freizeithemd anzubehalten. Nun noch Schuhe dazu. Klaus liess sich gerne von Anna beraten, er wollte ihr gefallen und er fand Gefallen daran, sich neu einzukleiden. Den Anzug in der Tasche des Ladens verpackt, auf zum nächsten Schuhgeschäft. Auch da wurde Anna schnell fündig. Jetzt noch einen Schal dazu und eine schöne lässige Freizeitjacke. Das war geschafft… Beide hatten Spaß daran und Klaus fühlte sich… neu, irgendwie anders. Anna gefiel der neue Look von Klaus.

Beim Blick auf die Uhr wurde beiden klar, dass es schon früher Nachmittag war. „Anna, lass uns irgendwo eine Kleinigkeit essen gehen, worauf hast Du Lust?“ „Fisch, magst Du Fisch? Ich kenne da ein kleines, feines Restaurant mit richtig guter Küche!“ Alles, was Du magst Anna…“

Sie gingen in dieses kleine Fischrestaurant und Anna wurde nachdenklicher. Sie musste sich entscheiden, ob sie nach Hause fährt und wollte Klaus die Entscheidung treffen lassen. Klaus wollte dies nicht entscheiden. Beide fühlten, dass es wohl heute Nachmittag, heute Abend spätestens zu einem Abschied kommen würde.

„Anna, ich kann und darf das nicht entscheiden. Natürlich wäre ich gerne weiter mit Dir zusammen, aber Du kannst deinen Mann nicht einfach sagen, dass Du nicht nach Hause kommst. Du musst Dich mit ihm aussprechen, ihm sagen, was passiert ist. Du bist immer noch mit ihm verheiratet.“

„Aber ich liebe DICH! Das weiss ich jetzt. Ich will nicht nach Hause, ich will Dich hier nicht alleine lassen, ich will noch viel mehr Zeit mit Dir verbringen.“ Sie weinte. Klaus sass ihr erst irgendwie hilflos gegenüber,  er spürte diesen Schmerz, diesen Schmerz von Anna und seinen eigenen. Dann setzte er sich neben Anna und versuchte sie zu trösten, nahm sie in den Arm und versuchte sie zu beruhigen.

„Du hast ja recht, ich muss ihm zumindest persönlich sagen, was passiert ist, ihm das erklären, was mit mir, mit uns passiert ist. Lienst Du mich denn auch so, wie ich Dich liebe?“

Ja, Du kannst nicht einfach wegbleiben und egal wie Du Dich entscheidest, wie ihr entscheidet, ich bin hier und wenn Du Montag zurück kommst, dann treffen wir uns wieder, ja?“

„Liebst Du mich auch?“

Klaus konnte nicht antworten. Er hatte es sehr genossen, aber dieses Wort Liebe wollte ihm nicht über die Lippen gehen.

„Anna, ich mag Dich sehr und wir hatten eine wunderbare Zeit miteinander, aber ich weiß doch gar nicht, wie Dein Mann reagiert, vielleicht versöhnt ihr Euch wieder, und dann?“ 

Am Liebsten hätte Klaus natürlich gewollt, dass Anna bei ihm bleibt, aber es war dieser Zwiespalt. Schon einmal hatte er sich in Anna verliebt, ihr das aber nie gesagt. Nicht in dieser Nacht vor über einem Jahr, nicht danach. Er hatte sehr gelitten und hielt es deshalb dann auch für das Beste, den Kontakt zu ihr abzubrechen. Damals sprachen beide ganz abgeklärt von einem Ausrutscher, von dem sie niemandem erzählen würden. Dieses Mal spürte er es noch viel mehr, er liebte sie, seit dieser Nacht vor 15 Monaten, noch mehr seit der Vergangenen. Aber wieder hatte er Angst, große Angst, dass er Anna wieder verlieren könnte.

Fast wortlos bezahlte er die Rechnung und sie fuhren mit der U-Bahn zu Annas Wohnung. Sie küssten sich, beide weinten nun. Sie wandte sich ab von ihm und meinte, sie sollte los. Er half ihr, ihren Koffer zum Wagen zu tragen, alles ging auf einmal so schnell. Vielleicht auch deswegen, weil der Abschied unvermeidlich war und vielleicht auch deshalb weil er Anna nicht sagen konnte oder wollte, dass er sie auch liebt. Aber es änderte ja nichts daran, egal ob er es ihr sagen würde oder nicht, so dachte er. Er wusste schon jetzt, dass er sie vermissen würde und die Kommunikation zu ihr über das Wochenende auch eher schwierig sein würde. Er überlegte lang, was er Anna noch auf den Weg mitgeben könnte, sonst wortgewandt und charmant, jetzt hilflos, sehenden Auges sein Unglück anzunehmen und sie verschwinden zu sehen. Ohne eine Vorstellung, was passieren würde. Es schmerzte – sehr.

Anna schloss die Fahrertür auf und verabschiedete sich mit den Worten:“ Klaus mach’s  gut, ich bin enttäuscht, wieso hast Du nicht mehr gekämpft?“ 

Unter Tränen fuhr sie die Strasse hinunter und Klaus stand da, im Regen. Noch eine ganze Weile, bis ihm klar war, dass sie weg war.


to be continued…

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19 Replies to “Alles anders IX”

  1. Hmmm… Schwierig… Was Anna zu Hause an ihrem Mann HAT, weiß sie wenigstens, was sie BEKOMMT nicht… Vielleicht nur ein Strohfeuer…!? 😉

    • Gratwanderung… Sich auf etwas Neues einlassen oder in der Komfortzone bleiben?
      Schauen wir mal, was in der „Jubiläumsausgabe 10“ passiert 😉

  2. Guten Morgen, lieber Thomas.

    Wirklich spannend! Und irgendwie wirkt bei mir dieses „Warum hast Du nicht mehr gekämpft?“ von Anna.

    Liebe Grüße in den Tag.

    Herzlichst,
    Frank

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