Alles anders VII

Teil 7 meiner Kurzgeschichte, meine Sendepause war kurz, aber umso intensiver.

Ich kann Euch nicht länger warten lassen, das habe ich verstanden!


Alles anders VII

Kurz vor 19 Uhr war er bei Anna, läutete an der Wohnungstür, er hatte ihr zuvor noch ein kleines Blumensträußchen besorgt… Sie öffnete die Tür, sah ihn strahlend an und sie umarmten sich. Klaus genoss es sehr wie Anna ihren Körper an seinen schmiegte.

„Danke Dir für die schönen Blumen und pünktlich bist auch noch. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Blumen geschenkt bekommen habe. Magst noch ein Glas Sekt mit mir trinken, bevor wir gehen?“ Anna sah bezaubernd aus, toll geschminkt, roch fantastisch nach diesem Parfum, was er schon kannte und ein dunkelblaues eng anliegendes Kleid mit einem zarten Jäckchen über die Schultern gelegt und sie trug diese wunderbaren Schuhe. Dieses Parfum trug sie, wie sie sich vor gut einem Jahr trafen. Er erinnerte sich an viele schöne Momente mit ihr. Der Film lief in Sekundenbruchteilen vor seinem inneren Auge ab und es war dieses tolle Gefühl, welches er schon lange nicht mehr spürte. Sie war für ihn einfach nur schön und begehrenswert. „Anna, ich freue mich, Dich zu sehen, Du siehst hinreissend aus. Ein Glas Sekt, gerne!“ Anna genoss es sehr. Die Blumen, die nette, innige Begrüssung und sein Kompliment und wie sich Klaus zurecht gemacht hatte. Ein edles, sportliches Sakko, eine eng geschnittene Hose und ein Einstecktuch. Das behielt sie aber für sich.

Sie stiessen an, auf einen schönen Abend, auf dass sie sich wieder getroffen hatten. Sie schauten sich wieder tief in die Augen und lächelten sich an. Nachdem sie ausgetrunken hatten, gingen sie zum Kiez ins Musical Theater. Anna griff nach der Hand von Klaus. Fast schweigend genossen sie den kurzen Spaziergang zum Spielbudenplatz.

An der Theaterkasse holten sie sich die Eintrittskarten ab und gingen direkt in den Saal. In eine der ersten Reihen nahmen sie Platz.

Beide waren begeistert von der Vorstellung, der Stimmengewalt der Künstler, der Atmosphäre, dem Bühnenbild, dem Orchester und begeistert von der Geschichte, die erzählt wurde. In der Pause noch ein Gläschen Champagner, Klaus bestand darauf. Anna küsste ihn und bedankte sich für dieses tolle und ergreifende Erlebnis. Sie hatte Tränen in den Augen.

„Was ist los, Anna?“

Nichts Klaus, ich bin so gerührt von der Geschichte und überglücklich, dass Du Dir das antust, ich weiß, Du hast Dir nie was aus Musicals gemacht… und Du tust das wegen mir!“

„Anna, ich bin wirklich überrascht, wie gut dieses Musical ist, ich tue mir das nicht an, ich geniesse es mit Dir, alles gut!“

„Liebe stirbt nie, Klaus“

Mit diesen vier Worten wendete sie sich ab, entschuldigte sich und verschwand in  Richtung Waschräume. Klaus stand da, mit zwei halbvollen Champagnergläsern, schaute ihr nach und vergass die Welt um sich herum. Er lächelte.

Nach ein paar Minuten kam sie zurück, sie hatte sich die Augen frisch geschminkt, sie tranken aus und gingen Hand in Hand wieder in den Saal zurück und genossen und durchlitten gemeinsam die zweite Hälfte des Musicals. Immer wieder berührten sie sich zärtlich, schauten sich kaum an, denn Klaus war ebenfalls von der Story gefesselt und die eine oder andere Träne konnte er nicht verstecken.

Nach dem Ende der Vorstellung gingen sie hinaus, wortlos, sich anlächelnd und Klaus fragte Anna, ob sie den Abend noch irgendwo ausklingen lassen wollten. „Klaus, ja, bitte, lass uns in die Tower Bar gehen.“ Auch diesen Ort kannten sie bereits beide, hatten sie dort auch schon den einen oder anderen Drink zu zweit oder in Begleitung der Kollegen zu sich genommen. „Dort ist es immer so laut und wer weiss, ob wir einen Platz bekommen, Anna, ich habe eine bessere Idee…“

Klaus winkte sich ein Taxi heran und flüsterte dem Fahrer etwas ins Ohr, was Anna nicht verstehen konnte. „Klaus, wohin fahren wir?“ – „Überraschung!“

Als das Taxi an der Außenlaster hielt, wusste Anna, was Klaus vor hatte. Sie hatten sich immer vorgenommen, einen Drink in der Bar im Hotel Atlantic zu nehmen. Sie fanden einen Platz in einer Ecke in den gemütlichen wuchtigen Ledersesseln und bestellten sich zwei Cocktails. Anna genoss das Ambiente in diesem alt-ehrwürdigen Hotel. Si unterhielten sich über das Musical, auch über die neuen beruflichen Pläne von Klaus, ihm fiel dabei ein, dass er da etwas nachlässig war und sich nicht einmal mehr kümmerte, ob sein Rechtsanwalt eine Antwort zurück sendete. Aber auch das war jetzt egal. Er fühlte sich in Anna’s Gesellschaft so wohl.

„Du, es war ein so schöner Abend, ich habe mir morgen frei genommen, wenn Du magst für Dich, ich will noch mehr Zeit mit Dir verbringen und zeige Dir „mein“ Hamburg. Ich will Dich nicht überfahren, aber es wäre schön. Wollen wir?“

Klaus nickte, schaute sie mit einem verliebten Blick an und sagte:“ Anna, nichts lieber als das, ich genieße jede Sekunde, in der ich mit Dir zusammen sein darf und Du hilfst mir im Moment sehr, ich spüre, dass ich lebe!“

„So hast Du mich noch nie angeschaut, was ist los?“  Klaus lächelte sie an und antwortete nicht.

Sie küssten sich, nicht auf die Wange, dieses freundschaftliche Küsschen, sie küssten sich auf den Mund, umarmten sich als wären die Worte von Klaus eine Art Startschuss gewesen.

Klaus bat Anna einen kurzen Moment zu warten und verschwand.

Er kam mit einem Lächeln zurück. „Anna, lass uns was Verrücktes machen. Ich habe ein Zimmer für uns hier gebucht, komm mit…“

Klaus beglich die Rechnung direkt an der Bar und sie gingen zum Fahrstuhl.

Der Romservice hat uns eben noch hochgebracht, was wir morgen früh brauchen. Im Moment werden uns die Bademäntel wohl reichen, oder?“ 

Im Fahrstuhl noch küssten sich die beiden wieder, leidenschaftlich. „Klaus, Du bist wirklich verrückt, die Zimmer hier kosten ein Vermögen. Du hast Dich erinnert, dass ich Dir mal sagte, dass ich mal eine Nacht mit Dir hier verbringen wollte, hmm?“

„Ja und ich dachte auch, dass heute der richtige Zeitpunkt dafür ist, liebe Anna“ –

„Der beste Zeitpunkt, ich liebe Dich Klaus!“

Im Zimmer angekommen erfüllte sich Anna’s Traum, es war einfach nur schön. Zärtlichkeit, Leidenschaft und Erfüllung all der aufgestauten, sehnsüchtigen Träume, die beide hatten, seit sie vor über einem Jahr auseinander gingen.

Die Außenalster schimmerte im Mondlicht.


to be continued…

 

 

 

13 Replies to “Alles anders VII”

  1. Also ich finde man spürt beim Lesen diese leicht erotische Spannung,so nenne ich sie einfach mal, die da zwischen den beiden ist… Irgendwie total toll!
    Nach meinem Geschmack etwas zu oft „Anna“ und „Klaus“ in den dialogen, aber sonst komplett rund und prickelnd.. 😉 Gefällt mir auch ganz gut, auch wenn es mir trotzdem noch ein wenig schnell ging.. 😀
    Ganz liebe Grüße
    Jacky

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