Alles anders III

Kleiner Hinweis, bevor Du zu lesen beginnst, dies ist der dritte Teil meiner Kurzgeschichte…

Alles anders –  Alles anders II

Teil 3

Im Stadtteil Winterhude fand er ein kleines Einkaufszentrum. Einen Elektronik Fachmarkt steuerte er direkt an, war aber mit der „Fachberatung“, sofern man sie so überhaupt nennen konnte,  unzufrieden. Er verliess das Geschäft wieder. Dann fiel ihm ein, dass er sich schon immer einmal in einem Apple Store beraten lassen wolle. Bislang hatte die firmeneigene IT immer die Geräte gestellt, er hatte keinen Einfluss darauf. Jetzt wollte er sich das kaufen, was ihm gefiel. Also rein in das nächste Taxi und zum Jungfernstieg in diesen hellen, freundlichen Apple Store, den er immer nur von außen sah, nie die Zeit hatte, sich in diesem Geschäft umzusehen.

Er wurde freundlich begrüßt und gefragt, ob man ihm helfen könne. Er teilte dem netten jungen Berater mit, was er brauchte und ihm wurde sofort geholfen, so wie er es auch nicht erwartet hatte, nach der Erfahrung im letzten Geschäft, war er mehr als positiv überrascht. Schnell fand man die für ihn passende Lösung. Ein schönes Notebook, ein Tablet und ein brandneues Mobiltelefon, auch gleich mit dem entsprechenden Vertrag, sodass er innerhalb einer Stunde auch wieder kommunizieren konnte. Er liess sich von einem anderen Berater die nötige Software installieren, sich in deren Nutzung einführen und war sich sicher, dass er damit einen sehr guten Kauf gemacht hatte. Das erste mal auch, dass er nicht rechnen würde, das war die Lösung, die für ihn die Passende war. Geld war in den letzten Jahren auch nie wirklich ein Thema, hatte er bislang immer sehr gut verdient. Er hatte bislang eigentlich immer nur das Problem, dass er gar keine Zeit hatte, Geld auszugeben. Seine Partnerin erledigte das für ihn.

Nach etwa zwei Stunden verliess er durchaus zufrieden das Geschäft und machte sich auf den Weg zu seinem Hotel. In den Arkaden am Jungfernstieg ass er noch eine Kleinigkeit, er genoss das Gefühl, sich auch etwas treiben lassen zu können. Keine Termine, Zeit für sich.

Im Hotel angekommen, stellte er fest, dass seine neue Rufnummer bereits aktiviert war. Er richtete sich seine neuen Geräte fertig ein und teilte seinen wichtigsten Kontakte seine neue Mobiltelefonnummer mit. Frank, der Geschäftsführer, der Firma, für die er vielleicht demnächst arbeiten würde, zuerst. Auch seiner Partnerin teilte er diese neue Nummer per What’s App mit, verzichtete aber auf die Grüße, die er sonst immer hinterliess. „Liebe Grüße“ und „Ich vermisse Dich“ schien ihm nicht mehr angebracht. Als nächstes war die Einrichtung des Email-Accounts dran, er war erstaunt, wie schnell und unkompliziert das alles funktionierte. Die Erläuterungen im Geschäft waren ausreichend. Allzu viele Emails hatte er nicht erhalten, viel Werbung und die Mail von Frank, auf die er wartete, war noch nicht eingetroffen. Jetzt ging er daran, seine Profile in den beruflichen Netzwerken zu aktualisieren. Er war schon immer Netzwerker und seine vielen Kontakte sollten ihn ja auch wieder erreichen können. Innerhalb einer Stunde konnte er so sein neues Leben, wie er es empfand, installieren. Seinen Rechtsanwalt wegen einer Abfindung anzuschreiben, das wollte er noch nicht, die Kündigung hatte er ja bereits ausgesprochen, die förmliche schriftliche Form, könne er auch später nachreichen.

Da er sonst eigentlich nichts weiter tun könnte, wollte er das milde und freundliche Wetter nutzen, um noch etwas spazieren zu gehen. Vielleicht dann doch einmal in dieses „Hard-Rock-Cafe“ an den Landungsbrücken. Auch diesen Besuch hatte er aufgrund von Terminen immer verschoben. Heute, hier und jetzt war der richtige Zeitpunkt dafür. Das neue Handy am Mann zog er los.

Am späten Nachmittag war dort noch nicht allzu viel los, er suchte sich einen Platz auf der offenen Terrasse und genoss es, den Hafenbetrieb beobachten zu können, in der Sonne zu sitzen und sich den warmen Wind um die Nase wehen zu lassen. Hafenluft schnuppern. Eines, was er sonst auch nie tat, er bestellte sich ein Glas Bier, am Nachmittag bislang immer ein No-Go. Er genoss es. So verbrachte er dort fast eineinhalb Stunden, bis die Email von Frank eintraf.

Lieber Klaus, erst mal herzlichen Dank dafür, dass Du es so schnell ein-richten konntest, dass wir uns unterhalten konnten. Danach wusste ich, dass wir Dich in unserer Firma haben wollen. Ich habe mich mit meiner Personalchefin unterhalten und Dir nun einen Vertrags- entwurf, mit dem Du hoffentlich einverstanden bist. Ich bin heute noch injedem Fall für Dich erreichbar, falls Du Fragen hast oder gleich zusagen möchtest, was mich sehr freuen würde. Herzliche Grüße, Frank

Während er zunächst den Empfang dieser sehr positiven Email von Klaus bestätigte und den Vertragsentwurf überflog erreichte ihn eine Whats App Nachricht von einer lieben Freundin, zu der er den Kontakt seiner Partnerin zuliebe schon vor einem Jahr abbrach.

Hallo Klaus, ich habe eben gesehen, dass Du wohl bei Deiner Firma raus bist. Was ist passiert? Wenn Du jemandem zum Reden brauchst, ich bin für Dich da. Auch bei mir hat sich einiges getan, bin mittlerweile in Hamburg. Liebe Grüße Anna.

Klaus dachte an ein Sprichwort, welches ihm einmal ein guter Freund sagte…

Wenn sich in Deinem Leben einmal eine Tür schliesst, geht eine andere auf. Achte dann darauf, dass Du die Tür, die sich geschlossen hat, zunagelst…

Er beantwortete die Nachricht von Anna:

Liebe Anna, wie schön von Dir zu hören. Es tut mir leid, dass ich mich so lange nichtbei Dir gemeldet habe. Bei mir hat sich innerhalb von 24 Stunden alles geändert. Ich bin derzeit auch in Hamburg, entschuldige bitte meine direkte Art, aber wenn Du magst, können wir uns ja treffen. Ich erinnere mich daran, dass wir uns immer über alles so gut unterhalten konnten. Liebe Grüße Klaus

Er wollte jetzt zurück ins Hotel, damit er den Vertragsentwurf von Klaus in Ruhe und dann am großen Bildschirm prüfen könnte. Das, was er überflogen hatte, hatte ihm gefallen und war auch so, wie er es nicht erwartet hätte. Er hatte ein gutes Gefühl dabei. Trotzdem wollte er sich Zeit lassen, dieses Mal mindestens eine Nacht darüber schlafen.

Auf dem Weg zum Hotel erreichte ihn die Antwort von Anna.


Wenn ihr die Kurzgeschichte bislang noch nicht mitverfolgt habt, hier die ersten beiden Teile…

to be continued

Alles anders II

Alles anders

 

 

 

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21 Replies to “Alles anders III”

  1. Interessante Kg. Ich werde mir die ersten Teile noch durchlesen – die Info hätte ich aber gerne am Anfang gehabt 😉 achso und etwas fällt mir im WordPress Reader auf. Die Mails sind nicht lesbar, da ich hier nicht zur Seite scrollen kann. Hast du die pre oder code Elemente verwendet? Ich glaube pre ist ohne Zeilenumbruch.

    • Hmm, ich habe die im Editor erstellt und Formatierung „vorformatiert“ Schau ich mir nochmal an und sorry, dass Du da nicht gleich drauf hingewiesen wurdest, dass Klaus eine Vorgeschichte hat…

          • Naja ob ich so ein Profi bin … Okay, blogs habe ich seit 2005 und Ahnung vom programmieren, aber erst langsam werde ich zufrieden mit dem, was ich veröffentliche. 😊

  2. Habe wieder gerne gelesen und bin auf die Fortsetzung gespannt. Bitte lass es keinen Groschenroman werden, sag das dem Klaus, er soll ein bisschen Sex und Crime aus der Sakkotasche schütteln. Wenn die Geschichte zu schön wird, dann wäre sie, für meinen Geschmack, zu dicht am echten Leben.
    Schönen Sonntag sk

  3. Schöne Weiterführung der Geschichte, wenn es spannend wird brichst Du natürlich ab, war ja klar. 🙂 Hätte noch gern gewusst, was Anna antwortet… ???
    Liebe Grüße
    Maren 😉

  4. Lieber Thomas, es war ja mal wieder so von klar, dass du aufhörst, wenn es spannend wird!!
    Diese Anna… lief da schon mal was? Wie sieht sie aus? Fragen über Fragen und natürlich schön zu hören, dass man im AppStore so gut beraten wird, jetzt weiß ich wo ich meinen nächsten Mac kaufe 🙂

    Und übrigens… auch ich war nicht faul… habe den nackten Mann im Hotel in die Geschichte gepackt… kommt auch gleich 🙂

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